In Jerusalem selbst machte er aber als erster durch eine Heilung auf sich aufmerksam. Er half einen verkrüppelten Mann, der seit achtunddreißig Jahren krank war. Weil seine plötzliche Genesung nicht unbemerkt blieb und sie wegen des Sabbats nicht der Auslegung der Gebote entsprach, wurde der Ex-Krüppel gefragt, wer dafür verantwortlich sei. Als klar wurde, dass es Jesus war, „suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten.“
Bei der Brotvermehrung für die Fünftausend (die deutlich mehr sein könnten, weil nur die Männer gezählt werden) kommt es zu einer gefährlichen Situation der ungewöhnlichen Art. Weil die Menschenmenge sich von dieser Wundertat so beeindruckt zeigte, fürchtete Jesus, dass sie ihn „in ihre Gewalt bringen werde“, aber nicht etwa, um ihm etwas anzutun, sondern mit dem Ziel, ihn zum König auszurufen. Darum zog er sich zurück, bevor er noch ungewollt als Monarch aus dieser Veranstaltung herauskommt.
Jesus erklärt an einer Stelle, „wenn ich über mich Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis nicht wahr“ und an einer anderen „auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis wahr.“ Hinzu kommt auch der in sich widersprüchliche Satz: „Ich urteile über niemanden. Wenn ich aber urteile, ist mein Urteil wahrhaftig.“
Dass auch Jesus Rückschläge erleide musste, wird nur in diesem Evangelium klar. Grund ist eine Predigt, in der er Folgendes von sich behauptet: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“ und es später in ganz ähnlich Worten wiederholt: „Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.“
Die Reaktionen darauf fielen heftig aus. „Die Juden“ empörten sich „wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“, doch sogar unter seinen Jüngern stößt dieses Selbstbild auf so viel Widerspruch, dass die Worte fallen „diese Rede ist hart.“ Es kommt sogar zu einer Abkehr „viele seiner Jünger“, denen das zu weit geht.
(Fortsetzung folgt…)
