Im Johannesevangelium tritt sehr schnell Johannes der Täufer auf, der nicht mit dem Jünger Johannes verwechselt werden darf, der angeblich dieses Evangelium verfasst hat. Der Täufer erklärte seine Rolle als Künder des nahenden Messias mit den Worten: „Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war“.
Damit konnte er zwar nicht die misstrauischen religiösen Eliten überzeugen, wohl aber einen bedeutenden Teil des einfachen Volkes, das sich von ihm taufen ließ. Während er in den anderen Evangelien als Elija bezeichnet wird, bestreitet er das im Johannes-Evangelium und sieht sich schlicht als Verkünder einer neuen Zeit.
Er scheint Jesus nicht getauft zu haben, konnte aber dennoch bezeugen, wie der Geist in Form einer Taube über Jesus stand, als sich die beiden Männer am Jordan begegneten. Auch kommt Jesus auf Empfehlung Johannes zu seinen ersten Jüngern, die er in den anderen Evangelien wie beiläufig oder zufällig gewann.
In seinem Bemühen, die Einzigartigkeit Jesu herauszustellen, nimmt es Johannes aber nicht immer ganz genau mit den alten Schriften. Etwa, wenn er sagt: „Niemand hat Gott je gesehen“, muss sich zumindest Moses sehr wundern.
(Fortsetzung folgt…)
