Nach dieser Begegnung eilten die Frauen, zu denen Maria von Magdala, Johanna, die Mutter des Jakobus sowie „sonstige Frauen“ gehörten zu den elf verblieben Jüngern Jesus, um ihnen von all dem zu berichten. Nur um festzustellen, dass sie das alles für „Geschwätz“ hielten, was erstaunt, da Jesus selbst ihnen mehrmals genau diesen Verlauf der kommenden Ereignisse angekündigt hatte. Immerhin eilte Petrus ans Grab, ging danach aber auch nur „voll Verwunderung“ nachhause.

An dieser Stelle schlägt das Lukas-Evangelium erneut einen anderen Weg ein als die beiden vorherigen. Jesus scheint über diese Ignoranz weniger erbost als bei Matthäus und Markus. Und das, obwohl er sich sogar wesentlich mehr Mühe macht, sich seinen Jünger zu zeigen. So begleitete er zwei Jünger auf ihrem Weg, ohne, dass sie ihn erkennen konnten, und fragte nach dem Grund für ihren Frust.

Sie erzählten ihm von der Kreuzigung und als sie am Abend ihr Dorf erreichten, luden sie ihn ein, mit ihnen zu essen. Als sie so zusammensaßen, ließ er die beiden erkennen, wer er war und als sie es begriffen, „entschwand er ihren Blicken.“ Womöglich hatte er wegen dieses geisterhaften Abgangs bei der späteren Begegnung mit den Jüngern gewisse Vorbehalte zu überwinden, ob es sich bei ihm auch wirklich um ihn handelt: „Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.“

Doch noch immer war nicht jeder überzeugt, weswegen er nach einem Fisch bat, den er „vor ihren Augen aß“, was endlich die Zweifel verstummen ließ und ihm die Gelegenheit gab, das weitere Vorgehen mit ihnen zu besprechen. Es ging nun nicht sofort darum, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden. Stattdessen hieß es, geduldig zu warten: „Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.“ Jesus segnete sie noch zum Abschied, bevor er in der Nähe Jerusalems „in den Himmel emporgehoben wurde“, während seine Apostel sich die Warterei damit vertrieben, immer „im Tempel zu sein und Gott zu preisen.“

(Fortsetzung folgt…)