Die Jünger schliefen in ausgesprochen wichtigen Momenten ein und taten sich auch an dieser Stelle nicht gerade hervor: „Siehe, wir gehen nach Jerusalem hinauf; und es wird sich alles erfüllen was bei den Propheten über den Menschensohn geschrieben steht. Denn er wird den Heiden ausgeliefert, wird verspottet, misshandelt und angespuckt werden und man wird ihn geißeln und töten und am dritten Tag wird er auferstehe.
Doch die Zwölf verstanden das alles nicht; der Sinn der Worte war ihnen verschlossen und sie begriffen nicht, was er sagte.“ Vielleicht erwartete Jesus dann wiederum zu viel von ihnen, wenn er annahm, dass sie erkenne, wenn das „Reich Gottes nahe ist“.
Weiter geht es mit dem „Gleichnis vom anvertrauten Geld“, bei dem ein Mann König werden wollte, wofür er seinen Landsitz verließ und zehn seiner Diener damit beauftragte, seine Geschäfte weiterzuführen. Er bekam die Krone, obwohl Bürger aus seiner Gegend dagegen protestiert hatte. Als er zurückkehrte, ließ er sich von seinen zehn Dienern genau unterrichten, wie erfolgreich sie gewirtschaftet hatte, wobei er alle belohnte, die das Geld vermehrt hatten und den einen bestrafte, der es einfach nur im Erdboden vergraben hatte.
All das nimmt viel Platz in Anspruch und als man schon denkt, dass das Gleichnis damit sein Ende findet, meint er völlig unerwartet noch, dass jene Bürger, die gegen seine Krönung waren, doch bitte alle sofort hinzurichten sind. Was nun genau die Moral dieses Gleichnisses sein soll, bleibt unklar.
Vielleicht, dass man sich besser nicht in königliche Machtkämpfe einmischt, wenn man keinen Plan B für den Fall hat, dass man auf der falschen Seite steht.
(Fortsetzung folgt…)
