Britta Steffen war ganz sicher gedopt (vielleicht)

Es ist eine Lieblingsbeschäftigung deutscher Journalisten und Berichterstatter, über Doping zu philosophieren. Woran das liegt, ist nicht ganz klar. Ob man sich damit auch so laut beschäftigen würde, wenn die Deutschen vielleicht bei den Schwimmern und Leichtathleten etwas besser abschneiden würden? Zumindest hielten sich die Andeutungen sehr in Grenzen, als Britta Steffen überraschend zwei Mal Platz eins erreichte.Dabei ist dieses ganze Thema doch sehr verlogen. Zuerst einmal ist nicht ganz klar, nach welchen Kriterien die Dopingliste eigentlich erstellt wird (es gab eine Zeit, in der Kaffee auf ihr geführt wurde) und außerdem gab es diesen sauberen Sport nie, der den Dopingjägern vorschwebt. Selbstverständlich haben Athleten zu allen Zeiten auf jede Art versucht, ihre Leistung zu steigern. Und Chancengleichheit wird es auch nie geben, kann es auch gar nicht. Ein Sportler aus Deutschland wird immer bessere Trainingsmöglichkeiten haben, als einer aus Ghana.Mich interessiert dieses Doping-Gerede nicht. Selbst wenn Usain Bolt Mittel genommen haben sollte, die auf irgendwelchen Listen stehen, macht das seine Leistung nicht weniger beeindruckend, denn er hat ja dennoch den Beweis angetreten, dass ein Mensch in 9,69 Sekunden 100 Meter rennen kann.Vielleicht wäre es das Beste, nicht mehr zwischen erlaubtem und unerlaubtem Doping zu unterscheiden, sondern alles zu legalisieren. Das würde den Spitzensport ehrlicher machen und die Athleten könnten dann in Zusammenarbeit mit ihren Trainern und Ärzten entscheiden, wie sie sich auf Wettbewerbe vorbereiten. Ich fände es jedenfalls gut, denn einen 100-Meterlauf unter 7 Sekunden würde ich wirklich gern mal sehen. Und wer den Spitzensport dann nicht mehr gucken will, weil da weiterhin gemacht wird, was schon immer gemacht wurde, der soll sich halt selber im Leichtathletikverein anmelden und ehrliche und unverdorbene sportliche Leistungen erbringen.

Schreibe einen Kommentar